Co-WOERK feiert Bergfest – Halbzeit und voller Energie

Drei Tage vor dem ersten Advent heißt es für uns kurz innehalten, denn das Co-WOERK Projekt feiert in dieser Woche Bergfest. Co-WOERK steht für „Community zum Wissenstransfer OER: Netzwerk von Bildungsakteur:innen“ und ist im Juni 2024 als Verbundprojekt gestartet.

Da sich die Herausforderungen in der Lehre an verschiedenen Berufs- und Hochschulen ähneln, ist eine berufs-, hochschul- und bundesländerübergreifende Zusammenarbeit auch und, wie wir finden, gerade beim Thema offene Bildungspraktiken sinnvoll. Eine enge Zusammenarbeit mit regelmäßigen Treffen in Präsenz ist auch uns im Projekt wichtig. Deshalb haben sich die Mitarbeiter:innen aller Co-WOERK Standorte Anfang November an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) getroffen, um auf anderthalb Jahre Co-WOERK zurückzublicken und die Weichen für die nächsten Monate zu stellen. Es war eine Reise voller Aha-Momente, spannender Vernetzungen und erkenntnisreicher Abstecher.

Stimmen aus unserem Team

Prof. Dr. Matthias Söll (Universität Rostock): „Auf unserem OER-Weg fühlt sich das Co-WOERK-Bergfest wie ein erster Gipfelblick an: OER haben für mich das Tor zu Open Science weit geöffnet – und die Vielfalt der Wege, die die Communities darin gehen, überrascht und begeistert mich!“

Tanja Jeschke (BTU Cottbus-Senftenberg): „Ein wichtiges Learning: So viele Menschen halten an der Idee von Open Education fest und versuchen mit vielen Kräften, es zu (be-)leben. Gleichzeitig hat sich gezeigt, dass die Kultur des Teilens noch eine zarte Pflanze ist, die es zu pflegen gilt. Für die weitere Wegstrecke wünsche ich mir, dass sich mehr Universitäten und Hochschulen in Deutschland – auch offiziell z.B. in Form von Policies – zu Open Education und auch Open Educational Resources bekennen und diese Ideen aktiv fördern.“

Nancy Walter (Universität Potsdam): „Ich freue mich darauf, die entwickelte Matrix zu Anreizen mit der Praxis rückzukoppeln und mit unseren Communities herauszufinden, welche Maßnahmen wirklich etwas verändern.“

Andreas Brandt (BTU Cottbus-Senftenberg): „Wenn der Austausch funktioniert, kann man zusammen viel erreichen. Viele Lehrende sind interessiert an OER und sehen die Vorteile, aber in der täglichen Arbeit bleibt für didaktische Innovation leider immer nur wenig Zeit. Das ist doch eher ein strukturelles Problem. Wir haben im Projekt schon tolle Konzepte, Fragebögen, Handreichungen und Infrastruktur erarbeitet. Jetzt freue ich mich darauf, die Community mithilfe dieser Werkzeuge bei der praktischen Nutzung und Umsetzung von OER zu begleiten.“

Silvia Retzlaff (Universität Rostock): „Überraschend war für mich, wie sich unser OER-Stammtisch an der Universität Rostock allein über Ankündigungen im Uni-Newsletter und Weiterempfehlungen zu einer bunten Runde aus Didaktiker:innen, Dozierenden und Studierenden sowie Kolleg:innen der wissenschaftlichen Weiterbildung, der Universitätsbibliothek und dem ITMZ und mit Gästen aus anderen Standorten entwickelt hat. Für die weitere Wegstrecke wünsche ich mir noch mehr Gespräche mit OER-Interessierten, OER-Schaffenden und allen, die sie unterstützen. Dabei ist mir für alle Beteiligten auch eine langfristige Perspektive für Offenheit in Schule und Hochschule wichtig, damit das Potenzial des ,Nicht-allein-machen-Müssens‘ auf einer stabilen strukturellen Grundlage wachsen kann.“

Was haben wir bereits erreicht?

In über zehn Community of Practice-Treffen und Workshops haben wir Lehrende, Lehrkräfte, Studierende und Kolleg:innen aus dem Third Space zusammengebracht und zu verschiedenen Themen wie z. B. offenen Lehrvideos und den Herausforderungen und Chancen beim Match von generativer KI und OER informiert. Außerdem stellten wir eine ganze Reihe digitaler Tools wie H5P, DeepSite, Excalidraw oder LiaScript vor, die die Produktion von offenen Bildungsmaterialien erleichtern können. Die Präsentationen der Treffen sind hier zu finden. Seit diesem Semester vergeben wir für die aktive Teilnahme auch Open Educational Badges, digitale Teilnahmezertifikate für OER-Kompetenzen.

Mit Beiträgen auf Fachtagungen haben wir die Idee des offenen Teilens verbreitet und beispielsweise auf dem OERcamp in Hannover zum Thema „OER nach dem Organspendeprinzip“ diskutiert. Unser Newsletter erreicht 270 Abonnent:innen, auf Social Media teilen wir regelmäßig Praxisbeispiele und Tool-Tipps.

Erkenntnisse und Ausblick

Unsere zentralen Fragen für die zweite Halbzeit: Wie werden wir zu thematischen Treibern an unseren Standorten, in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern und darüber hinaus? Was braucht es, damit offene Lehr- und Lernpraxis an Hochschulen für berufliche Bildung und Universitäten allgemein bekannter wird, sich langfristig etabliert und bleibt?

Grundsätzlich sehen wir, dass OER-Strategien sowohl in der Hochschule als auch in der beruflichen Bildung in unterschiedlichen Themenfeldern anschlussfähig sind. Die Kultur des Teilens sollte bereits Bestandteil der Lehrkräfteausbildung sein und über ein „Leitbild gute Lehre“ integriert werden. Entscheidend ist auch, die Schnittstellen zu Open Access und Open Science zu nutzen.

Eine wichtige Rolle spielen ein langer Atem und die Kommunikation in die unterschiedlichen Gremien unserer Institutionen. Der Austausch mit Bibliotheken, IT-Zentren oder dem Forschungsdatenmanagement kann hier ein guter Weg sein, um OER an der eigenen Hochschule bekannter zu machen und als Standard aufzubauen.

Wir freuen uns auf die zweite Projekthälfte, auf den Ausbau von Offenheit, Kollaboration, Infrastruktur und Sichtbarkeit und sind gespannt, was die zweite Wegstrecke an Learnings bereithält. Alle Ergebnisse werden auf unserer Co-WOERK-Abschlusstagung im Frühjahr 2027 an der Universität Rostock vorgestellt.,

Fotoquelle: Heide Fest
Im Bild v.l.n.r. Gesina Seyfert, Karina Piersig, Heike Gruner, Jonathan Knappe, Marlen Schumann, Matthias Söll, Andreas Brandt, Silvia Retzlaff, Matthias Müller, Christin Barbarino, Tanja Jeschke, Christine Kolbe, Boguslaw Malys.

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