Mahara – Open-Source-System zur digitalen Dokumentation von Lernprozessen

Mit unserer neuen Beitragsreihe „Tool Tipp“ stellen wir einmal im Monat digitale Werkzeuge, Plattformen und Anwendungen vor, die Open Education sowie offene Lehr- und Lernsettings an Hochschulen unterstützen und weiterentwickeln können.

Den Auftakt macht Mahara.

Was ist Mahara?

Mahara ist ein Open-Source-E-Portfolio-System, das die Erstellung digitaler Sammlungen und die strukturierte Dokumentation von Lernprozessen ermöglicht. Die Plattform wurde speziell für Bildungsinstitutionen entwickelt und wird international in Schule, Hochschule und Weiterbildung eingesetzt.

Im Zentrum steht die Idee, individuelle Lern- und Entwicklungsprozesse sichtbar zu machen und reflektiert zu begleiten.

Zentrale Funktionen

Mahara bietet unter anderem folgende Möglichkeiten:

  • Erstellung individueller digitaler Portfolios
  • Dokumentation von Lernprozessen und Kompetenzentwicklung
  • Blogfunktion zur kontinuierlichen Reflexion
  • Upload und Organisation von Dokumenten, Medien und Arbeitsproben
  • Gestaltung frei strukturierbarer Portfolio-Seiten
  • Gruppenräume für kollaboratives Arbeiten
  • Freigabeoptionen zur gezielten Veröffentlichung von Inhalten

Lernende können Inhalte sammeln, strukturieren, kommentieren und für unterschiedliche Zielgruppen freigeben – etwa für Lehrende, Peers oder externe Partner.

Mahara im Kontext von Open Education

Mahara erstellt selbst keine Open Educational Resources (OER). Die Plattform bietet jedoch geeignete Rahmenbedingungen, um selbst entwickelte Materialien als OER zu veröffentlichen, zu organisieren und zu teilen. Insbesondere unterstützt Mahara:

  • die strukturierte Sammlung selbst erstellter Materialien
  • die Veröffentlichung unter offenen Lizenzen
  • die kollaborative Weiterentwicklung von Inhalten in Gruppen
  • die Dokumentation offener Lern- und Entwicklungsprozesse

Damit kann Mahara einen wichtigen Beitrag zur Förderung einer offenen Lehr- und Lernkultur leisten.

E-Portfolios als persönliche Lernumgebung

Ein besonderer Mehrwert von Mahara liegt in seiner Funktion als persönliche Lernumgebung (Personal Learning Environment, PLE). Während Lernmanagementsysteme wie Moodle primär der Organisation von Kursen dienen, ermöglicht Mahara eine individuelle, kursübergreifende Dokumentation von Lernprozessen. Die Kombination aus Lernplattform (z. B. Moodle) und E-Portfolio-System schafft eine didaktisch sinnvolle Ergänzung:

  • Moodle strukturiert Lehrveranstaltungen.
  • Mahara unterstützt Reflexion, Kompetenznachweise und langfristige Dokumentation.

So können Lernende ihre Entwicklung über einzelne Module oder Semester hinaus sichtbar machen.

Einsatzmöglichkeiten in der Hochschullehre

Mahara eignet sich insbesondere für:

  • kompetenzorientierte Lehrformate
  • projekt- und praxisbasierte Studiengänge
  • forschendes Lernen
  • Begleitung von Praxisphasen
  • Peer-Feedback-Prozesse
  • studienbegleitende Reflexionsaufgaben

Auch im Rahmen von Lehrentwicklungsprojekten oder offenen Bildungsinitiativen kann Mahara als Plattform zur Sammlung und Veröffentlichung von Materialien genutzt werden.

Fazit

Mahara ist ein etabliertes Open-Source-Tool zur Umsetzung von E-Portfolio-Konzepten in der Hochschullehre. Als persönliche Lernumgebung ergänzt es klassische Lernplattformen sinnvoll und unterstützt reflexives, kompetenzorientiertes sowie offenes Lernen.

Weitere Informationen finden Sie unter:
👉https://mahara.org/

Nach oben scrollen