
„Mit OER zu einer Kultur des Teilens“ lautete das Motto der wissenschaftlichen Tagung, zu dem das Verbundprojekt FOERBICO (Förderung offener Bildungspraktiken in religionsbezogenen Communities) vom 24. bis 25. Februar 2026 nach Nürnberg eingeladen hatte. Im Mittelpunkt stand die Präsentation und Diskussion der Ergebnisse ihrer empirischen Untersuchung zu religionsbezogenen OER-Communities, die mit Impulsen aus der Forschung, Stimmen aus der Praxis und interaktiven Formaten ergänzt wurde.
In diesem Rahmen nutzten die Co-WOERK Community Managerinnen Nancy Walter (Universität Potsdam) und Silvia Retzlaff (Universität Rostock) die Chance, ihre „Anreizmatrix für das Arbeiten mit offenen Bildungsmaterialien (OER)“ vorzustellen. Wer OER verbreiten, offene Praktiken stärken oder Communities entwickeln will, braucht mehr als ein grobes Zielgruppenbild. Entscheidend ist: In welcher Adoptionsphase befinden sich die Menschen in Bezug auf OER und welche Anreize bringen sie von dort aus tatsächlich dazu, selbst OER zu erstellen oder andere offene Praktiken in ihren Lehr-/Lern-Alltag zu integrieren?
Im Projekt Co-WOERK wurde dafür eine OER-Anreizmatrix entwickelt, die zwei Perspektiven verbindet:
1. Adoptionsphasen. Von Awareness bis Integration – wo steht die Zielgruppe gerade in ihrer OER-Entwicklung?
2. Anreizkategorien. Welche Motive und Anreize fördern die Nutzung und Verbreitung von OER? Welche Anreize können Studierende, Hochschullehrende, Referendar:innen und Lehrkräfte an beruflichen Schulen dazu motivieren, OER zu entdecken, zu nutzen, zu erstellen und zu teilen? Sind es immaterielle Anreize (z. B. Info-Veranstaltungen, OER Webseiten, Werbematerial oder Austauschformate wie Stammtische), materielle Anreize (z.B. OER-Publikationen, Zertifikate, Zeitressourcen oder monetäre Leistungszulagen), soziale Anreize (z. B. Begegnungen bei OER Camps, Community-Erleben wie unsere Community of Practice) oder strukturelle Anreize (z. B. OER Richtlinien und Policies, OER als Standard, Expert:innen-Input und Beratung als Serviceleistung), oder eine Mischung von allem?
Die OER-Anreizmatrix hilft an dieser Schnittstelle dabei, passende Anreizstrategien zu identifizieren, die genau zur eigenen, definierten Zielgruppe passen.
„Die Anreizmatrix unterstützt uns bei der Planung konkreter Maßnahmen. Im Projekt haben wir die Matrix beispielsweise mit den zuvor entwickelten Personas unserer Zielgruppen kombiniert. Dadurch konnten wir die Gestaltung von Veranstaltungen gezielt standortspezifisch reflektieren und planen. Ein zentraler Vorteil der Matrix liegt darin, dass wir über dieselben Konzepte sprechen können, ohne die Besonderheiten der jeweiligen Hochschul- und Schulstrukturen aus dem Blick zu verlieren“, erklärte Silvia Retzlaff, Co-WOERK Community Managerin an der Uni Rostock. „Darüber hinaus kann sie genutzt werden, um Erfahrungen aus unterschiedlichen Standorten – auch projektübergreifend – systematisch zu sammeln und zu kategorisieren. Im Rahmen des Abends der Begegnung hatten Nancy Walter und ich die Möglichkeit, mit verschiedenen OER-Expert:innen zu sprechen, die sich selbst in der Matrix verortet und mit uns weitere relevante Anreize diskutiert haben.“
Im Co-WOERK Projekt haben wir während eines Team-Workshops beispielsweise anhand der Matrix die Ideenfindung, Planung und Bewerbung unseres Co-WOERK Werkstatt-Tages an unseren verschiedenen Standorten vorangetrieben. Ausführliche Informationen und Links zu allen Anreizkategorien, Anreizbeispielen und Planung sind in diesem Blogbeitrag zusammengefasst.